Soziales Engagement wurde mit dem „Sozialführerschein“ belohnt

Wer denkt, junge Menschen engagierten sich nicht im sozialen Bereich, der konnte in den Räumen der Volksbank Oberberg eines Besseren belehrt werden, als am 15.03.2018 einundvierzig Schülerinnen und Schüler des Wiehler Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums mit der Auszeichnung „Sozialführerschein“ feierlich geehrt wurden.

Bild: Gunter Hübner

 

Die „Standortlotsen“ der Ehrenamtsinitiative Weitblick des Oberbergischen Kreises Frau Peitgen und Herr Rudloff kamen zur Projektvorstellung zum Jahresende 2017 bereits zum fünften Mal an das Wiehler Gymnasium und brachten sich Verstärkung mit: „Gerd“, ein Anzug, der die Beweglichkeit bzw. eher deren Einschränkung im Alter durch Gewichtsmanschetten, Versteifungen an den Gelenken und zitternde Hände simuliert, wurde vielfach getestet und so kamen die beiden ehrenamtlich Arbeitenden schnell mit den Jugendlichen in einen anregenden Austausch über Benachteiligungen im Alltag. Sie staunten dennoch nicht schlecht, als sich nach Vorstellung des Projektes 41 Jugendliche der Stufe 9 meldeten, um sich freiwillig über vier Wochen in sozialen Berufen einzubringen.

Für jeden wurde ein Platz bei den kooperierenden Institutionen gesucht und so konnten sich die Jugendlichen dann in den Seniorenzentren der AWO und Bethel Wiehl im Umgang mit alten Menschen erproben.

Insgesamt sechzehn Jugendliche stellten sich den besonderen Anforderungen, die der Umgang mit Menschen mit Handicap mit sich bringt, und wurden hierfür im Haus für Menschen mit Behinderung und den Behinderten Werkstätten Oberberg sehr freundlich aufgenommen.

Am 15.03.2018 kamen dann alle Beteiligten in den Räumen der Volksbank Oberberg zusammen, die in Sachen soziales, ehrenamtliches Engagement eine enge Kooperation mit dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium lebt.

Der Chor des DBG unter Leitung von Christoph Berg und ein Teil der Big Band mit ihrer Lehrerin Annette Blecher setzten stimmungsvoll ein und eröffneten damit die Feierstunde.

Vorstandsvorsitzender Ingo Stockhausen zollte den Jugendlichen seinen Respekt für deren Einsatz. Er machte mit persönlichen Worten deutlich, dass sie mit ihrem Einsatz auch einen Schritt für ihre spätere berufliche Laufbahn gemacht hätten, da Ehrenamt und soziales Engagement bedeutsame Kriterien bei der Bewerberauswahl vieler Unternehmen seien.

Auch Bürgermeister Ulrich Stücker zeigte sich begeistert von dem Einsatz der jungen Menschen und überreichte im Wechsel mit der stellvertretenden Landrätin Frau Mahler jedem einzeln seine Auszeichnung.

Zuvor schildern die Jungen und Mädchen der Stufe 9 den Gästen ihre gemachten Erfahrungen. In den Seniorenzentren wurde getanzt, gebastelt, gebacken und gespielt – und nicht selten gegen die Senioren verloren. Zum Umgang mit Menschen mit Behinderung berichtet eine Schülerin: „Berührungsängste hatte ich keine, aber man lernt auf jeden Fall, auch mal deutlich Nein zusagen. Das hilft mir ja auch sonst im Leben.“

Damit spricht sie an, was das Projekt will: Jugendlichen in einem zeitlich begrenzten  Rahmen Spielraum ermöglichen, in dem sie sich erproben, sich in neuen Situationen erfahren und etwas für ihre weitere Persönlichkeitsentwicklung mitnehmen können.